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Wildtiere im Zirkus
Zirkusse: Missbrauch in der Manege
Zirkus: Pädagogisch vertretbar?
Zirkus ohne Tiere


Welt der Illusionen

Der Zauber der Manege, Glitzerwelt der Akrobaten, verwegenen Abenteuerern und wilden Tiere. Kindheitserinnerungen an die Entführung in diese fremde Welt des Staunens und Lachens lassen, nostalgisch verklärt, selten einen Blick hinter die Kulissen zu.
Was dem Besucher verborgen bleibt: die Tiere im Zirkus werden oft unter erbärmlichen Bedingungen gehalten; die Dressurnummern werden oftmals nur durch harten Drill und brutale Prügelstrafen möglich gemacht.
Wildtiere sollten in einer zivilisierten Gesellschaft schon lange nicht mehr zu den Attraktionen in einem Zirkus gehören. Die "Dressuren wilder Tiere" sind altertümliche Relikte, die aber leider immer noch in den meisten Zirkusbetrieben dazu gehören. Der Zirkus hat einen positiv besetzten Traditionsstatus - doch wie sinnvoll sind traditionelle Werte, wenn sie nicht beizeiten auf unseren aktuellen Wissensstand hin überprüft werden?

Wildtiere im Zirkus

In Deutschland gibt es über 250 Wanderzirkusse, in denen Tiere zur Schau gestellt oder vorgeführt werden. Aufgrund häufiger Missstände gehören sie - gemeinsam mit wandernden Tierschauen - zu den klassischen Problemfeldern des Tierschutzes. Immer wieder auftretende Tierschutzprobleme betreffen sowohl die Tierhaltung (Unterbringung, Einzelhaltung, Bewegungs- und Beschäftigungsmangel), als auch den Umgang (z.B. Dressur) und die Versorgung der Tiere (Ernährung, Pflege, tierärztliche Betreuung).

Es ist nicht möglich, Wildtiere im Zirkus auch nur annähernd artgerecht zu halten. Typische Zirkustiere wie Elefanten oder Raubkatzen haben in freier Natur sehr große Reviere und legen täglich viele Kilometer zurück. Diese stattlichen Tiere werden im Zirkus hinter Gitter und Elektrozäune gesperrt; nachts oft angekettet, so dass ihnen jegliche Bewegungsfreiheit genommen wird. Am Tag erhalten sie nur eine kurze und fragwürdige Abwechslung durch unnatürliche Bewegungsabläufe in der Manege, bei fragwürdigen Werbeeinsätzen und brutalen Dressurmethoden. Ansonsten vegetieren sie den ganzen Tag beschäftigungslos vor sich hin.

Gegen die Wildtierhaltung im Zirkus spricht z.B.:

• zu kleine oder überbelegte Käfige oder Wagen
• Futtermangel (qualitativ und/oder quantitativ)
• keine artgerechte Ausstattung der Käfige oder Wagen
• Bewegungs- und Beschäftigungsmangel
• fehlende Heizung für nicht winterfeste Arten
• kein oder ungeeignetes Winterquartier
• Einzelhaltung sozialer Arten
• Anbindehaltung, fehlende Auslaufmöglichkeiten
• Erkrankungen oder schlechter Pflegezustand der Tiere
• Gewaltanwendung im Umgang mit den Tieren
• physisch schädliche Dressurziele

Zirkusse: Missbrauch in der Manege


Peta Faktenblatt
(Quelle: PeTA -People for the ethical Treatments of Animals)

Während manche Kinder davon träumen mögen wegzulaufen, um zum Zirkus zu gehen, dürften wohl die meisten Zirkustiere, die dort zu ihren Kunststückchen gezwungen werden, davon träumen, ihm zu entfliehen. Ein farbenfroher Pomp verschleiert die Tatsache, dass die Zirkustiere nur Gefangene sind, die man dazu nötigt, unnatürliche und oft sogar schmerzvolle Darbietungen zu bringen, die die Menschen dann "Unterhaltung" nennen. Zirkusse würden ganz schnell an Attraktivität verlieren, würden der breiten Öffentlichkeit Einzelheiten darüber bekannt, wie die Tiere behandelt, in absoluter Beengtheit gehalten, trainiert und schließlich "in Rente" geschickt werden.

Ohne Moos nix los
Mal abgesehen von den wirklich großen und berühmten Zirkussen, für die dies nicht zutrifft, leiden doch die meisten Zirkusse an ständigem Geldmangel, was dazu führt, dass die von ihnen gehaltenen Tiere oft unter einer nicht angemessenen Behandlung und Pflege zu leiden haben. Die Tiere, die zumeist recht groß und/oder von Natur aus sehr aktiv sind, müssen den überwiegenden Teil ihres Lebens in ihren winzigen Transportkäfigen verbringen; diese dürfen sie meist nur für die kurze Zeit ihrer Darbietungen in der Manege verlassen. Richtlinien verlangen lediglich, dass die Tiere genügend Platz in ihren Käfigen haben, um stehen und sich umdrehen zu können. Aber selbst diese Mindestanforderungen werden oft nicht einmal erfüllt.
Ein Tierrechtler, der 1981 verdeckt in einem Wanderzirkus ermittelte, konnte nur staunen, denn der Zirkus war zeitweise nicht einmal in der Lage, den Tieren ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen. Solche Wanderzirkusse wie der beschriebene, besuchen im Frühjahr, Sommer und Herbst etwa 150 Städte, und eine Frischwasserversorgung ist nicht unbedingt überall gewährleistet. (1) Folglich wird das Trinkwasser rationiert, das Reinigen der Tiere und ihrer Käfige teilweise ganz unterlassen. Dies bedeutet für Tiere wie z.B. Elefanten, die ein regelmäßiges Baden gewohnt sind, eine echte Härte. Die Nahrung wird häufig gleichermaßen rationiert.
Auch was die klimatischen Verhältnisse angeht, entspricht das Zirkusklima in keiner Weise der natürlichen Umgebung der Tiere. So können beispielsweise gerade die Sommermonate extrem schwer zu ertragen sein für Tiere wie Bären, während andere Tiere wie z.B. Löwen wiederum entsetzlich unter Kälte leiden. Tierärzte, die qualifiziert wären und sich mit exotischen Tieren auskennen, sind ebenfalls selten vorhanden oder verfügbar, und so sind schon Tiere aus Mangel an ordentlicher ärztlicher Versorgung gestorben.
Während des Winters, also außerhalb der Saison, werden die Zirkustiere meist in Transportverschlägen oder in Viehställen gehalten; manche Tiere hält man sogar in LKWs. Solch ununterbrochenes Eingepferchtsein kann sehr schwerwiegende und schädliche Auswirkungen auf den physischen und psychischen Zustand der Tiere haben. Nur wenige Zirkusse verfügen über die finanziellen Mittel oder sind bereit, viel Geld in angemessene Winterquartiere für die Tiere zu stecken, da diese alljährlich nur wenige Monate lang benötigt werden. (2)

Unnatürliche Darbietungen

Körperliche Bestrafung war lange Zeit die gängige "Trainingsmethode" für Zirkustiere, auch wenn moderne Trainer häufiger dazu übergehen, eher mentale Kontrolle über das Tier auszuüben und ihm auf diese Weise "Kunststückchen" beizubringen.
Manche Tierarten sind allerdings weniger imstande, sich Trainigsmethoden anzupassen, als andere und leiden daher ganz erheblich unter Stress während der Ausbildungsphase. Anderen Tieren wiederum werden Medikamente verabreicht, damit man sie überhaupt handhaben kann, oder man entfernt ihnen die Zähne. Die Darbietungen, die die Tiere zwangsweise bringen müssen - z.B. Bären, die auf Bällen balancieren, Affen, die Motorräder fahren, Elefanten, die auf nur zwei Beinen stehen müssen - sind körperlich sehr unbequem und außerdem für die Tiere völlig unnatürlich. Die Peitschen, engen Halsbänder, Maulkörbe, Elektroschock-Knüppel und sonstigen Werkzeuge, die bei den Vorführungen in der Manege verwendet werden, beweisen immer wieder, dass die Tiere nur unfreiwillig und unter Zwang agieren. Diese oberflächlichen "Darbietungen" entwürdigen die Tiere und lehren die Zuschauer aber auch gar nichts darüber, wie sich Tiere unter natürlichen Umständen verhalten. Stattdessen werden die Zirkustiere oft als "wild" oder "dumm" im Vergleich zu ihren "mutigen" oder "gebietenden" menschlichen Gegenparts dargestellt. Ihre wahre Natur wird jedoch nicht gezeigt.

Ein Leben in Einsamkeit

Ist die "Nutzdauer" eines Tieres für Vorführungszwecke einmal abgelaufen, werden sie entweder permanent in ihre Winterquartiere (also oft Käfige) verbannt oder an andere Zirkusse, Zoos oder private Menagerien verkauft; in manchen Ländern werden sie sogar an Jagdfarmen (um dort zur "Freizeitentspannung" erschossen oder als exotische Mahlzeit verspeist zu werden) oder gar an Versuchslabors veräußert. Oft gestaltet sich ihr Lebensabend genauso wenig friedlich oder komfortabel wie ihr übriges Leben: eingepfercht, unter Zwang, in Elend.
Die Verwendung von Tieren in der Unterhaltungsbranche wurde bereits in mehreren Ländern stark eingeschränkt oder gar verboten, so z.B. in Dänemark und Schweden. In England verweigert man Zirkussen, die Darbietungen mit Tieren bringen wollen, oft öffentliche Plätze. Die Beendigung der Tierausbeutung würde lediglich bedeuten, dass mehr menschliche Darbietungen für die Unterhaltung der Menschen gebracht würden, und das würde dazu beitragen, endlich die völlig überholte und absolut falsche Vorstellung abzulegen, dass die Tiere nur unsere Spielzeuge sind. Indem Sie sich weigern, Zirkusse zu besuchen, d.h. finanziell zu unterstützen, können Sie denjenigen, die Tiere ausbeuten, klarmachen, daß Grausamkeit nichts mit Unterhaltung zu tun hat.

(1) Roush, Jeanne, "Animals Under the Big Top," The Humane Society News, Humane Society of the United States, Spring 1981.
(2) Rappaport, Sandra, "The Arena of Exploitation," Animlas Magazine, Massachusetts SPCA.

Zirkus: Pädagogisch vertretbar?

Zirkus sei Tradition und schaffe vor allem für Kinder die Möglichkeit einmal Wildtiere zu sehen. Tradition rechtfertigt kein Tierquälerei.
Kindern diese unnatürlichen und erniedrigenden Handlungen der Wildtiere zu zeigen ist pädagogisch nicht sinnvoll, da ein völlig falsches Bild über die Tiere und deren Bedürfnisse vermittelt wird.
Kindern prägt sich ein Bild von extrem vermenschlichten Tieren (Affen in Menschenkleidung, Bären auf dem Fahrrad ect.) ein, dass, besonders wenn es unreflekiert bleibt, zu einem verzerrten Blick auf das Mensch-Tier-Verhältnis führt. Die erzwungenen Dressurleistungen der Tiere, begleitet von Peitschenhieben und Drohgebärden des Dompteurs, werden durch Beifall

und Bewunderung bestätigt - wenn wir von Kindheit daran gewöhnt werden, dass Wildtiere nach unserer "Peitsche" zu tanzen haben, lernen wir wohl kaum die Würde und Eigenarten anderer Lebewesen zu respektieren.
Kindern fehlt das Wissen über die quälerischen Haltungsbedingungen von Wildtieren im Zirkus. Aber fast alle Kinder lieben Tiere auf eine ehrliche, natürliche Weise und wenn wir ihnen die Möglichkeit geben kritisch zwischen Illusion und wahrem Zirkusalltag zu unterscheiden, werden sie mit Sicherheit von sich aus einen Zirkus ohne Wildtierattraktionen bevorzugen. Kinder wollen und brauchen die phantastische Welt der Clows, Zauberer und Artisten. Der modere Zirkus bietet all das ohne Tierleid!

Zirkus ohne Tiere

In vielen Ländern sind Vorführungen mit exotischen Tieren bereits verboten oder stark eingeschränkt, so z.B. in Dänemark, Schweden, England oder Österreich (ab 2005).

Zirkus kommt auch ohne Tiere aus.
Der moderne Zirkus bietet ein unterhaltsames Programm, dass auf den Leistungen menschlicher Artisten beruht und nicht auf den quälerischen Dressuren von Tieren.

Zirkusbetriebe wie Zirkus Flic Flac, oder der Chinesische Staatszirkus kommen seit Jahren ohne Tiernummern aus und haben regelmäßig ausverkaufte Vorstellungen.
Diese Zirkusse haben Ihren Applaus und Ihre Unterstützung verdient!

Zirkus ohne Tiere

Flic-Flac
Zirkus Meer
Zirkus Swamp
Cirque du Soleil

Chinesischer Staatszirkus

Zirkus ohne Wildtiere

Zirkus Roncalli
Zirkus Fumagalli


Auch so kommt das "Zebra"
in den Zirkus!