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Glücksschwein, Sparschwein, arme Sau,
Schweinskram...in unserer Sprache ist das Schwein
allgegenwärtig, doch schaut man heute über
Weiden und Wiesen...kein Schwein zu sehen...
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Schwein gehabt?
Unser "Haus"schwein stammt vom Wildschwein
ab. In Europa schon seit Jahrtausenden als Nutztier
gehalten, liefern Schweine uns u.a. Fleisch,
Leder und Borsten. Schweine sind äußerst
intelligente, reinliche Tiere mit einem ausgeprägten
Spieltrieb. Vom Wildschwein zum fettarmen, schnellwüchsigen,
mit vier Rippen mehr ausgestattetem "Mast"schwein.
Der pro Kopf Verbrauch liegt liegt in Deutschland
bei ca. 40 kg Schweinefleisch - dafür werden
jährlich über 40 Millionen Schweine
geschlachtet. Diese Tiere haben heute nicht
mehr die Möglichkeit auf Weiden zu laufen,
sich im Schlamm zu suhlen oder mit Artgenossen
zu spielen. Sie verbringen ihr "Leben"
in dunklen Mastställen, die Hochsicherheitstrakten
ähneln.
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Das Schwein im Glück gibt
es nur noch via Bildschirm als "Schweinchen
Babe" oder "Rudi Rüssel".
In der Realität ist das Schwein auf seinen
reinen Nutzwert der Fleischindustrie und Medizin
reduziert worden. Unser maßloser Fleischkonsum,
einhergehend mit Technisierung und Rationalisierung
der Agrarwirtschaft, hat unserem rosafarbenen
Glücksbringer ein trauriges Dasein beschert.
Die meisten Schweine sehen niemals Tageslicht,
stehen nicht auf Stroh, sondern auf Spaltenböden
aus Metall oder Holz, haben keinerlei Beschäftigungsmöglichkeit
und keinen Auslauf. Diese Haltungsbedingungen
für ein Tier, das intelligenter ist als
unser Haushund, dessen genetischer Code dem
des Menschen ähnlich ist, sind nicht akzeptabel.
Schweine sind sehr sensibel und empfindsam,
auf den Stress der Intensivmast reagieren sie
mit Verhaltensstörungen, die wiederrum
mit Psychopharmaka behandelt werden. Durch die
unnatürliche Haltung ist die Immunabwehr
der Tiere stark geschwächt - dagegen werden
standardmäßig Antibiotika und "andere"
Medikamente verabreicht. Der illegale Markt
für Tierarzneimittel setzt hohe Millionenbeträge
um.
Demgegenüber stehen lediglich 0,4 % Schweinefleischnutzung
aus biologischer Landwirtschaft, die nicht nur
gesundheitlich unbedenklicher ist, sondern auch
um artgerechte Tierhaltung bemüht ist.
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Vom Leben eines Mastschweines
Verbraucherinformation: Produkt & Realität
(Quelle: Bundesverband
der Tierversuchsgegner - Menschen für Tierrechte)
Wann haben Sie zuletzt ein lebendiges Schwein
gesehen?
Im Film als Rudi Rüssel oder Schweinchen
Babe? Das verwundert nicht, denn der "Lebensraum"
der 25 Millionen Mast- und Zuchtschweine in
Deutschland gleicht oft dem Hochsicherheitstrakt
eines Gefängnisses. Da sich Krankheitskeime
und Seuchen in den riesigen Agrarfabriken in
Windeseile ausbreiten, bekommt der Normalbürger
Schweine erst als Kotellett auf dem Teller zu
sehen. Was sich vorher abspielt würde ihm
wohl auch den Appetit verderben.
Der Albtraum beginnt wenige Tage nach der Geburt,
wenn dem kleinen Ferkel der Ringelschwanz und
die Eckzähne abgekniffen werden. Da Eberfleisch
wegen seines
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Geruchs auf dem deutschen Markt
schwer verkäuflich ist, werden den männlichen
Ferkeln auch noch die Hoden abgeschnitten. Das
alles geschieht ohne Betäubung.
Die Entfernung der Eckzähne soll die Zitzen
der Mutter schonen. Sie dient lediglich als
Gebärmaschine: Bereits mit sieben Monaten
wird sie mit dem Sperma eines sogenannten "Spitzenvererbers"
aus der Besamungsstation gedeckt und wirft nach
115 Tagen fast völliger Bewegungslosigkeit
im "Kastenstand" neun bis zwölf
Ferkel. Oft werden die Ferkel schon nach drei
Wochen der Mutter weggenommen und im Alter von
etwa zehn Wochen in Mastbetriebe transportiert.
Dort werden sie mit antibiotikahaltigen Leistungsförderern
in drei bis vier Monaten schlachtreif gemästet.
Enge und Langeweile in den kahlen Buchten mit
Spaltenboden und ohne Einstreu führen zu
Verhaltensstörungen und Aggression. Würde
der Ringelschwanz nicht abgeschnitten, könnte
er zum Ersatzobjekt für fehlende Beschäftigungsmöglichkeit
werden und Kannibalismus auslösen. Krankheiten
werden nur mühsam mit hohen Medikamentengaben
in Schach gehalten.
Über eine Million Schweine sterben schon
während der Mast. Etwa 500 000 weitere
fallen dem Stress und der Todesangst während
des Transports in oft weit entfernte Schlachthöfe
zum Opfer.
Mit Gas oder Strom oft nur unzureichend betäubt,
erleiden sie einen grausamen Tod am Fließband.
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Schweine als Organspender
Die Xenotransplantation (Verpflanzung von Tierorganen
in den menschlichen Körper) wird schon
seit fast 100 Jahren praktiziert. Probleme gab
es immer wieder damit, dass die tierischen Organe
vom menschlichen Immunsystem abgestoßen
werden.
Es ist zwar möglich totes Herzklappengewebe
vom Schwein, welches vor der Transplantation
chemisch bearbeitet wird, auf den Menschen zu
übertragen, aber bislang ist es nicht möglich
Lebendorgane vom Schwein zu transplantieren.
Da Schweineorgane denen des Menschen in Form
und Größe ähnlich sind, wird
anhand von gentechnischen Veränderungen
versucht die Organe des Schweines zu "humanisieren".
Anfang 2002 gelang es amerikanischen Forschern
ein Schwein zu klonen, denen ein proteinbildendes
Gen fehlt, welches vom menschlichen Körper
als Fremdstoff erkannt wird und zur Abstoßung
des Organs führt. Ebenso wurden Schweinen
bereits Erbinformationen des Menschen eingepflanzt.
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Durch Genmanipulation kommen
Forscher dem Ziel näher, das Schwein als
lebendes Organlager zu missbrauchen.
Diese unter ethischen Gesichtspunkten äußerst
fragwürdige Transplantationsforschung muss
die Frage aufwerfen, ab wann das Schwein kein
Schwein mehr ist, wenn es mit menschlichen Genen
ausgestattet wird! Und eine weitere Frage müssen
wir Menschen uns gefallen lassen: Warum tragen
nur wenige von uns einen Organspenderausweis
bei sich? Ist es legitimer Tiere als lebende
Organspender zu züchten, als uns nach unserem
Tode Organe entnehmen zu lassen?
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