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Das Hausschaf wurde vor ca. 8000 Jahren in Kleinasien (Türkei) domestiziert. Über lange Zeit hinweg - und in einigen Regionen der Welt noch heute - stand es im Mittelpunkt der landwirtschaftlichen Produktion. Es lieferte Milch, Fleisch, Leder, Pergament, Felle und natürlich Wolle.
Die Milchproduktion ist in Mitteleuropa nur im östlichen Raum, beginnend in Polen, der Slowakei und in Slowenien traditionell. In Deutschland dominierte die Wollgewinnung, vor allem für den Hausgebrauch. Unter diesen Nutzungsbedingungen entwickelten sich grobwollige, robuste Landrassen, deren Wollen zum Spinnen von Hand geeignet waren.

Die aufkommende Wollindustrie mit der Kammspinnerei und die Nachfrage nach feinen Wollstoffen führte zur Einfuhr der Merinoschafe und zum Rückgang der Landrassen. Heute ist der Schafhalter ist gezwungen, sich auf die Fleischproduktion zu konzentrieren. Die Landschafrassen werden damit von den fleischintensiveren Rassen bedrängt. Inzwischen werden Schafe auch vielfach zur Landschaftspflege eingesetzt. Sie erhalten Landschaften wie die Heide oder Nordseedämme in ihrer gewünschten Form und Funktion. Ohne die Schafe würden die Landschaften erst versteppen und später verwalden.
Das Schaf ist ein ausgeprägtes Herdentier. Bei der Wanderschäferei in den Wintermonaten ist die Hütehaltung durch Schäfer und Hund die Norm, bei Koppelhaltung bewegt sich die Herde frei ohne Aufsicht. Dank seiner Gutmütigkeit kann das Schaf auch mit Pferden oder Rindern zusammen geweidet werden. Innnerhalb der Herde bilden sich kleine Gruppen, die aus verwandten Weibchen bestehen.

Schafe können an der BSE-ähnlichen Traberkrankheit (Scrapie) erkranken. Scrapie ist überall dort bekannt, wo Schafe gehalten werden. In England tritt die Krankheit allerdings häufiger auf. Solange wissenschaftliche Fragestellungen über die möglichen Zusammenhänge zwischen Scrapie und BSE unbeantwortet sind, besteht beim Verzehr von Schaffleisch grundsätzlich ein Restrisiko, das wissenschaftlich nicht abgeschätzt werden. Auch Schafe wurden wahrscheinlich in den späten 80er Jahren in ganz Europa mit dem Tiermehl gefüttert, das man für die BSE-Epedemie verantwortlich macht. So ist es möglich, dass derzeit Schafe an BSE erkranken, die Symptome aber mit der altbekannten Traberkrankheit verwechselt werden.

Mit dieser Frage beschäftigt sich jetzt der wissenschaftliche Lenkungsausschuss der EU. Vorsichtshalber müssen seit 1.Oktober 2000 auch bei Schafen und Ziegen die Risikomaterialien Gehirn und Rückenmark bei der Schlachtung entfernt und beseitigt werden.

Terminologie - Was sich hinter den Begriffen Schaf, Lamm und Hammel verbirgt.
In Deutschland wird heute nur noch zwischen Lamm und Schaf unterschieden. Die alten Bezeichnungen sind für eine feinere Unterscheidung allerdings sehr hilfreich.
Neue Unterscheidung:
Lamm: Lämmer sind Tiere, die nicht älter als ein Jahr sind. Sie haben einen hohen Fleischanteil und einen geringen Fettanteil und bestimmen heute den größten Teil des Schaffleischmarktes.
Schafe: Schafe sind Tiere, die älter sind als ein Jahr.
Alte Unterscheidung:
Lamm: Lämmer sind Tiere, die nicht älter als ein Jahr sind.
Milchlamm: Milchlämmer sind Tiere, die mindestens 8 Wochen aber nicht älter als 6 Monate alt sind. Sie haben sehr helles Fleisch, da sie noch kein Grünfutter zu fressen bekommen haben.
Mastlamm: Mastlämmer sind Tiere bis zu einem Alter von einem Jahr.
Hammel: Hammel sind Tiere, die noch nicht älter sind als zwei Jahre. Dies können männliche, kastrierte Tiere oder weibliche Tiere ohne Nachwuchs sein.
Schaf: Weibliche und männliche kastrierte Tiere, die über zwei Jahre alt sind.
Bock: Böcke sind männliche nicht kastrierte Tiere, die älter sind als ein Jahr.