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Die Rinder, pflanzenfressende Wiederkäuer, stammen ursprünglich vom Auerochsen (Ur) ab, der seit Mitte des 17. Jahrhunderts ausgestorben ist. Heute bestehen nur noch wenige weitere Ur-Rinder - unter anderem der Bison (amerikanisch) und der Wisent (einzig überlebendes europäisches Wildrind).
Milch ist neben dem Fleisch eines der Hauptprodukte des Rindes. Ein weiteres Nutzungsziel bei Rindern ist Arbeit. Dementsprechend spricht man auch von Ein-, Zwei- und Dreinutzungsrindern. Rinder setzt man auf dem Feld jedoch in unseren Breiten kaum ein. Milchrassen dienen der Milchgewinnung. Sie sind wenig muskulös, die Fleischproduktion und die Arbeitsleistung treten in den Hintergrund. Die Holstein-Friesian ist ein Beispiel dafür.

Fleischrassen sind beispielsweise Herford, Charolais und Piemontese. In Deutschland überwiegen Zweinutzungsrassen, bei denen das Gewicht einerseits auf die Milchleistung, andererseits auf die Fleischproduktion gelegt werden kann. Milchbetont sind Schwarzbunte, Braunvieh und Angler, fleischbetont das Gelbvieh, die Pinzgauer und die Eringer. Daneben gibt es Tiere mit ausgeglichenen Leistungen, wie das Fleckvieh, die Vorderwälder und das Tiroler Grauvieh.
Wirtschaftlich schlagen die Gewinne aus den Häuten der geschlachteten Rinder mit lediglich zwei Prozent zu Buche. Rindsleder wird für die Produktion von Schuhen, Accessoires und Möbeln verwendet.

Rinder sind bewegungsaktive Herdentiere. Unter natürlichen Umständen strukturieren sie sich innerhalb der einzelnen Herden durch eine feste Rangordnung. Das ranghöchste männliche Tier deckt in der Regel die weiblichen Tiere, welche sich kurz vor der Geburt des Kalbes von der Herde entfernen und an einem geschützten Ort das Jungtier zur Welt bringt. In der landwirtschaftlichen Nutzung von Rindern wird meist auf künstliche Besamung der Tiere zurückgegriffen.
Der Eingriff in die natürliche Lebensweise von Nutztieren hat für den Menschen teilweise unabsehbare Folgen, wie uns die BSE-Krise gezeigt hat. Rinder sind ausschließliche Pflanzenfresser. Es gibt zwar immer noch mehrere Theorien zur Entstehung von BSE. Die meisten Wissenschaftler sind sich aber einig darin, dass BSE durch Schafe entstand, die an der so genannten Traberkrankheit (Scrapie) erkrankt waren.

Diese Schafe wurden zu Tiermehl verarbeitet und an Rinder verfüttert. Daraufhin weitete sich die Krankheit unter Rindern zu einer Epidemie aus. Erste BSE-Symptome (BSE wurde erst 1986 als eigenständige Erkrankung definiert) traten bereits Anfang der 80er Jahre in Großbritannien auf. Dort waren Rinder, nachdem sie mit Tiermehl gefüttert worden waren, mit den BSE-Symptomen erkrankt. Der Herstellungsprozess dieses Tiermehls war nicht mit der vorgeschriebenen Temperatur durchgeführt worden. Die Temperatur war zur Kostenreduzierung gesenkt worden. Der Scrapie-Erreger konnte unter diesen Bedingungen nicht inaktiviert werden.
Eine Alternative Hypothese zur Ursache von BSE wird seit einiger Zeit der sogenannte Milchaustauscher zur Milchentwöhnung eines frischen Kalbes diskutiert. In diesen Austauschstoff sind im Rahmen der Produktion zu einem hohen Anteil Risikobestandteile von Rindern als Fettzugabe verwendet worden.
So gilt Argentinien bis jetzt als BSE-frei. Die Rinder werden dort auf Weiden gehalten und bekommen kein Futter, das Tiermehl enthält.
Mit derzeitigen Testverfahren lässt sich die Infektion sicher nur bei Tieren nachweisen, die mindestens 30 Monate alt sind und bei denen die Erkrankung bereits deutlich fortgeschritten ist. Deshalb sind negative Testergebnisse bei jüngeren Tieren nicht aussagekräftig. Es ist also denkbar, daß von Kälbern ein nicht nachweisbares Infektionsrisiko ausgeht. Nach jüngsten Erkenntnissen der britischen Forschungsinstitute ist es durchaus möglich, dass unterschiedliche Tierarten von den BSE-Erregern befallen werden können. Es ist nicht auszuschließen, daß auch Schweine und Hühner gefährdet sind.

Milch: Alles andere als natürlich

Peta Faktenblatt
(Quelle: PeTA -People for the ethical Treatments of Animals)

Von vielen Milchprodukten denken die Leute, sie seien ein Pfeiler der Ernährung, stattdessen sind sie weder notwendig noch stellen sie einen wünschenswerten Bestandteil einer gesunden menschlichen Ernährung dar. Für diejenigen, die Fleisch aus ethischen und/oder gesund heitlichen Gründen vermeiden wollen, stellen Milchprodukte einen schwachen Ersatz dar. Kuhvollmilch beispielsweise ist zwar geeignet für die Ernährungsbedürfnisse von Kälbern, die ihr Gewicht in nur 47 Tagen verdoppeln, bei denen vier gesunde Mägen wachsen und die innerhalb eines Jahres 150 Kilogramm wiegen. Menschliche Babies hingegen benötigen 180 Tage, um ihr Gewicht zu verdoppeln. Kuhmilch enthält etwa dreimal soviel Eiweiß wie Muttermilch und fast 50 Prozent mehr Fett. Ganz im Gegensatz zur schlauen Werbung der Milchindustrie, ist es ganz und gar nicht "natürlich", Kuhmilch zu trinken. Keine andere Spezies trinkt nach Ablauf der Kleinkind-Phase noch Milch, und es gibt keine Spezies, die die Milch einer anderen Spezies trinkt, außer Hauskatzen und -hunden vielleicht, denen man dies angewöhnt hat. Ab dem vierten Lebensjahr entwickeln die meisten Menschen eine Laktose- Unverträglichkeit, also die Unfähigkeit, die Kohlenhydrat- Laktose aus der Milch zu verdauen, denn ab diesem Zeitpunkt synthetisieren sie das Verdauungsenzym Laktase nicht mehr. Milchprodukte über die Kleinkindzeit hinaus zu sich zu nehmen, kann Durchfall, Blähungen und Krämpfe verursachen. (1)

Flüssiges Fleisch
Zusätzlich dazu, dass es sich um unnatürliche Nahrung für den Menschen handelt, ist Kuhmilch, und sind auch andere Milchprodukte, ungesund. Der Arzt John A. McDougall, bezeichnet Milchprodukte als "flüssiges Fleisch", da ihre Nährwerte sich sehr ähneln. Weil sie reich an Fett und Cholesterin sind, tragen Milchprodukte, also auch Käse, Milch, Butter, Sahne, Joghurt und Molke, welche man in vielen Margarinen und kommerziellen Backwaren findet, zur Entstehung von Herzerkrankungen, bestimmten Krebsarten und Schlaganfällen bei, den drei tödlichsten Bedrohungen in den USA, und sind auch beteiligt an der Entstehung von Osteoporose, wie Studien wiederholt gezeigt haben.
Unter Osteoporose versteht man einen Knochenschwund aufgrund von Calcium- Resorption, die, entgegegen dem, was die Milchindustrie uns glauben machen will, nicht gestoppt oder verhindert wird durch eine Erhöhung der Calciumaufnahme sondern vielmehr durch eine erhebliche Verringerung des Proteinkonsums. Nahrungsmittel mit einem hohen Protein-Anteil wie beispielsweise Fleisch, Eier oder Milchprodukte, waschen Calcium aus dem Körper, wenn überschüssiges Protein von der Leber verarbeitet wird und durch die Nieren wandert, was die Nieren stärker arbeiten läßt und einen Mineralstoffverlust wie z.B. den von Calcium verursacht. (2) In Völkern, die wenig oder gar keine Milchprodukte oder tierisches Eiweiß konsumieren, gibt es nur sehr wenige Fälle von Osteoporose. Außerdem bemerkt Dr. McDougall: "Ein Calcium- Mangel, der verursacht wurde durch eine zu geringe Menge an Calcium in der Nahrung ist beim Menschen nicht bekannt." (3)
Andere Erkrankungen treten eher bei denen auf, die wesentliche Mengen an Milchprodukten zu sich nehmen, als bei Veganern. Neunzig Prozent der Asthma- Patienten, die auf eine vollständig vegetarische Diät gesetzt wurden (also ohne Fleisch, Eier oder Milchprodukte), konnten erhebliche Verbesserungen vermerken, sowohl was die Häufigkeit als auch was die Schwere ihrer Anfälle angeht. (4) Milchprodukte sind auch der Hauptgrund für Lebensmittelallergien und wurden bereits in Zusammenhang gebracht mit kongestiver Herzinsuffizienz, Tetanie bei Neugeborenen, Vergrößerung der Mandeln, ulzeröse Kolitis, Hodgkin- Krankheit und Probleme des Atmungssystems, der Haut, des Magen-Darm-Traktes sowie Verhaltens- probleme. (5)

Es ist das Leben einer Kuh
Mindestens die Hälfte der 10 Millionen Kühe, die in den USA zur Milchproduktion gehalten werden, leben auf fabrikartigen Farmen, unter Bedingungen, die für die Tiere ein ganz erhebliches Leiden bedeuten. Sie verbringen ihre Zeit nicht damit, auf Feldern zu grasen, sondern leben dichtgedrängt in Pferchen oder Scheunen mit Betonboden, wo sie zwei- bis dreimal täglich maschinell gemolken werden.
Melkmaschinen verursachen oft Verletzungen, die beim Melken mit der Hand nicht entstehen würden. Diese Verletzungen leisten Vorschub für die Entstehung von Mastitis, einer bakteriellen Infektion, die speziell in der Milchindustrie bekannt ist. In einem Handbuch für Bauern mit Milchwirtschaft warnt eine Bildüberschrift, dass "die zunehmende Schwere einer Mastitis zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Milchqualität führt," und so zu Verlusten von wenigstens einer Halben Milliarde Dollar jährlich führt. (6) Mehr als 20 verschiedene Bakterien verursachen diese Infektion, die sich leicht von einer Kuh auf die nächste überträgt und die, wenn sie unentdeckt bleibt, zum Tode führen kann. In einigen Fällen bekommen Kühe durch die Milchmaschinen wiederholt Elektroschocks, was erhebliches Unbehagen, Angst und Störungen des Immunsystems verursacht und manchmal zum Tode führt. Ein einziger Bauernhof kann mehrere Hundert Kühe aufgrund unkontrollierter Elektroschocks verlieren. (7) Milchmaschinen werden trotzdem benutzt, da sie Arbeitskräfte sparen und es einem einzigen Arbeiter ermöglichen, 86 Kühe in zwei Stunden zu melken. (8)
Die Zahl der Kühe, die für die Milchproduktion aufgezogen werden ist zwar von 22 Millionen im Jahr 1950 auf 10,8 Millionen im Jahr 1980 gesunken, jedoch ist die produzierte Milchmenge von 54 Milliarden Kilogramm auf knapp 60 Milliarden gestiegen. (9) Folglich hat eine durchschnittliche Kuh der 80er Jahre etwa doppelt soviel Milch geliefert wie ihr Gegenstück aus den 50er Jahren. Um 23 Liter Milch täglich zu liefern, brauchen Kühe mehr als 38 Kilogramm Futter (einschließlich Getreide, Heu und Silofutter - Mais, Sorghum, Gras und Hülsenfrüchte) plus 170 Liter Wasser täglich. (10) Im Jahre 1983 lagerte die US-Regierung 8 Milliarden Kilogram Überschüsse von Milchprodukten (Milch, Käse und Butter), was den amerikanischen Steuerzahler alleine für 1983 eine Summe von 2,5 Milliarden Dollar kostete. (11) Die Bemühungen, Bauern vor dem Untergang zu bewahren, haben die US-Regierung mehr als eine Milliarde Dollar in Form von Preis- Subventionsprogrammen gekostet. (12)
Die Kühe der 80er Jahre leben nur etwa vier bis fünf Jahre, was einer natürlichen Lebenserwartung von 20-25 Jahre gegenübersteht, die die Kühe früherer Zeiten noch erleben durften. Um die hohe Produktivität der Tiere aufrechtzuerhalten, werden sie mittels künstlicher Besamung fast ständig schwanger gehalten. Bauern verwenden auch ein ganzes Arsenal an Medikamenten, einschließlich BGH, einem Rinder- Wachstumshormon, Prostaglandin, damit die Kuh deckfähig wird, wann immer der Bauer es wünscht, Antibiotika und selbst Tranquilizer, um die Produktivität und das Verhalten der Kuh zu beeinflussen.
BGH, das an mehr als 11.000 Kühen getestet wurde (13), steigert die Milchproduktion um bis zu 20 Prozent und läßt die Euter so anschwellen, daß sie am Boden schleifen. Ein volles Euter kann 28 Kilogramm wiegen und 23 Kilogramm Milch enthalten. (14) Tritt die Kuh versehentlich auf ihr Euter, können die Zitzen verletzt werden und sich entzünden, was zu einer Mastitis führt. Aufgrund des Drucks, der von Tierrechtsgruppen, vom Verbraucherschutz, von kleinen Bauernhöfen und Umweltinteressengruppen ausgeht, haben fünf der größten Supermarktketten in den USA BGH-verseuchte Produkte aus ihren Läden verbannt. (15) Da BGH auch zu einem hohen Gewicht der Kühe führt, verschlimmert es das Lahmen, an dem 25 Prozent der Milchkühe leiden. Der Zementboden und die kalorienreiche Nahrung tragen ebenfalls zu diesen Problemen bei.
Was passiert mit dem Kalb?
Das größte Leid, das Milchkühen widerfährt, ist vielleicht, dass sie immer wieder ihre Jungen verlieren. Weibliche Nachkommen werden möglicherweise zu neuen Milchkühen herangezogen, aber die männlichen werden ihrer Mutter gewöhnlich binnen 24 Stunden nach der Geburt weggenommen, bevor sie noch etwas von der Muttermilch zu trinken bekommen. Sie werden dann auf Auktionen versteigert, entweder für die Kalbfleisch-Industrie oder an Rindfleisch- Produzenten. Wird das Kalb getötet, solange es noch jung ist, wird sein vierter Magen auch für die Herstellung von Käse verwendet, denn er enthält Lab, ein Enzym, das verwendet wird für die Milchgerinnung, damit daraus Käse entsteht. Labmagen, die Membran, dessen Extrakt Labferment ist, kann in diesem Prozess ebenfalls verwendet werden. Es ist möglich, Käse auch ohne Labmagen herzustellen; diese Käse sind in Gesundkostläden erhältlich. Allerdings bedingt die enge Verbindung zwischen der Milch-, Kalbfleisch- und Lederindustrie, dass es für den Käsehersteller billiger ist, Teile des Kalbes zu verwenden als pflanzliche Enzyme.
Innerhalb von 60 Tagen wird die Kuh wieder geschwängert. "Ist die Kuh vor dem Kalben noch nicht "trocken", gönnen ihr die Bauern des öfteren ein paar Tage Ruhe. Einige sind der Ansicht, dass eine Ruhepause von einem Monat wertvoll ist, jedoch sehen andere das als eine Zeitverschwendung an." (16) Während sieben Monate ihrer neuen neunmonatigen Schwangerschaft wird die Kuh weiter gemolken und ihr so die Milch weggenommen, die für ihr vorheriges Kalb gedacht war. Eine typische, industriell ausgebeutete Milchkuh wird in ihrem kurzen Leben drei- oder viermal gebären. Lässt ihre Milchproduktion nach, heißt es "ab ins Schlachthaus. (17)

(1) McDougall, John A., M.D., and McDougall, Mary A., The McDougall Plan,
New Century Publishers, Inc., pp. 49-51 (2) McDougall, op.cit., p.100
(3) McDougall, op.cit., p.52
(4) Robbins, John, Diet for a New Amercia, Stillpoint Publishing, 1987, p.
300 (5) McDougall, op.cit., p.49-50
(6) USDA Farmers Bulletin No. 2253, 1973 (7) Anderson, Jack, and Atta, Dale Van, "Stray Voltage Killing U.S. Dairy
Cows," The Washington Post, Aug. 9, 1989 (8) USDA, People on the Farm: Dairying, 1981, p. 1.
(9) Ibid, p. 4
(10) "Dairy Cow is Nature's Milk Factory," Bristol Herald Courier, July 21, 1983
(11) Time, Nov. 21, 1983
(12) "Dairyman's Pail Runneth Over," Insight, Dec. 7, 1987
(13) Sugerman, Carole, "Grocery Chains Refuse 'Engineered' Milk Products," The Washington Post, Aug, 24, 1989, p. A-10.
(14) "Dairy Cow Is Nature's Milk Factory," op.cit.
(15) Sugarman, op.cit.
(16) Dairying, op.cit., p. 3.
(17) Mason, Jim, "And a Cow Jumped Over the Moon," Animals' Voice, Feb. 1989, p. 46