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Milch: Alles andere als natürlich
Peta Faktenblatt
(Quelle: PeTA
-People for the ethical Treatments of Animals)
Von vielen Milchprodukten denken die Leute, sie
seien ein Pfeiler der Ernährung, stattdessen
sind sie weder notwendig noch stellen sie einen
wünschenswerten Bestandteil einer gesunden
menschlichen Ernährung dar. Für diejenigen,
die Fleisch aus ethischen und/oder gesund heitlichen
Gründen vermeiden wollen, stellen Milchprodukte
einen schwachen Ersatz dar. Kuhvollmilch beispielsweise
ist zwar geeignet für die Ernährungsbedürfnisse
von Kälbern, die ihr Gewicht in nur 47 Tagen
verdoppeln, bei denen vier gesunde Mägen
wachsen und die innerhalb eines Jahres 150 Kilogramm
wiegen. Menschliche Babies hingegen benötigen
180 Tage, um ihr Gewicht zu verdoppeln. Kuhmilch
enthält etwa dreimal soviel Eiweiß
wie Muttermilch und fast 50 Prozent mehr Fett.
Ganz im Gegensatz zur schlauen Werbung der Milchindustrie,
ist es ganz und gar nicht "natürlich",
Kuhmilch zu trinken. Keine andere Spezies trinkt
nach Ablauf der Kleinkind-Phase noch Milch, und
es gibt keine Spezies, die die Milch einer anderen
Spezies trinkt, außer Hauskatzen und -hunden
vielleicht, denen man dies angewöhnt hat.
Ab dem vierten Lebensjahr entwickeln die meisten
Menschen eine Laktose- Unverträglichkeit,
also die Unfähigkeit, die Kohlenhydrat- Laktose
aus der Milch zu verdauen, denn ab diesem Zeitpunkt
synthetisieren sie das Verdauungsenzym Laktase
nicht mehr. Milchprodukte über die Kleinkindzeit
hinaus zu sich zu nehmen, kann Durchfall, Blähungen
und Krämpfe verursachen. (1)
Flüssiges Fleisch
Zusätzlich dazu, dass es sich um unnatürliche
Nahrung für den Menschen handelt, ist Kuhmilch,
und sind auch andere Milchprodukte, ungesund.
Der Arzt John A. McDougall, bezeichnet Milchprodukte
als "flüssiges Fleisch", da ihre
Nährwerte sich sehr ähneln. Weil sie
reich an Fett und Cholesterin sind, tragen Milchprodukte,
also auch Käse, Milch, Butter, Sahne, Joghurt
und Molke, welche man in vielen Margarinen und
kommerziellen Backwaren findet, zur Entstehung
von Herzerkrankungen, bestimmten Krebsarten und
Schlaganfällen bei, den drei tödlichsten
Bedrohungen in den USA, und sind auch beteiligt
an der Entstehung von Osteoporose, wie Studien
wiederholt gezeigt haben.
Unter Osteoporose versteht man einen Knochenschwund
aufgrund von Calcium- Resorption, die, entgegegen
dem, was die Milchindustrie uns glauben machen
will, nicht gestoppt oder verhindert wird durch
eine Erhöhung der Calciumaufnahme sondern
vielmehr durch eine erhebliche Verringerung des
Proteinkonsums. Nahrungsmittel mit einem hohen
Protein-Anteil wie beispielsweise Fleisch, Eier
oder Milchprodukte, waschen Calcium aus dem Körper,
wenn überschüssiges Protein von der
Leber verarbeitet wird und durch die Nieren wandert,
was die Nieren stärker arbeiten läßt
und einen Mineralstoffverlust wie z.B. den von
Calcium verursacht. (2) In Völkern, die wenig
oder gar keine Milchprodukte oder tierisches Eiweiß
konsumieren, gibt es nur sehr wenige Fälle
von Osteoporose. Außerdem bemerkt Dr. McDougall:
"Ein Calcium- Mangel, der verursacht wurde
durch eine zu geringe Menge an Calcium in der
Nahrung ist beim Menschen nicht bekannt."
(3)
Andere Erkrankungen treten eher bei denen auf,
die wesentliche Mengen an Milchprodukten zu sich
nehmen, als bei Veganern. Neunzig Prozent der
Asthma- Patienten, die auf eine vollständig
vegetarische Diät gesetzt wurden (also ohne
Fleisch, Eier oder Milchprodukte), konnten erhebliche
Verbesserungen vermerken, sowohl was die Häufigkeit
als auch was die Schwere ihrer Anfälle angeht.
(4) Milchprodukte sind auch der Hauptgrund für
Lebensmittelallergien und wurden bereits in Zusammenhang
gebracht mit kongestiver Herzinsuffizienz, Tetanie
bei Neugeborenen, Vergrößerung der
Mandeln, ulzeröse Kolitis, Hodgkin- Krankheit
und Probleme des Atmungssystems, der Haut, des
Magen-Darm-Traktes sowie Verhaltens- probleme.
(5)
Es ist das Leben einer Kuh
Mindestens die Hälfte der 10 Millionen Kühe,
die in den USA zur Milchproduktion gehalten werden,
leben auf fabrikartigen Farmen, unter Bedingungen,
die für die Tiere ein ganz erhebliches Leiden
bedeuten. Sie verbringen ihre Zeit nicht damit,
auf Feldern zu grasen, sondern leben dichtgedrängt
in Pferchen oder Scheunen mit Betonboden, wo sie
zwei- bis dreimal täglich maschinell gemolken
werden.
Melkmaschinen verursachen oft Verletzungen, die
beim Melken mit der Hand nicht entstehen würden.
Diese Verletzungen leisten Vorschub für die
Entstehung von Mastitis, einer bakteriellen Infektion,
die speziell in der Milchindustrie bekannt ist.
In einem Handbuch für Bauern mit Milchwirtschaft
warnt eine Bildüberschrift, dass "die
zunehmende Schwere einer Mastitis zu einer fortschreitenden
Verschlechterung der Milchqualität führt,"
und so zu Verlusten von wenigstens einer Halben
Milliarde Dollar jährlich führt. (6)
Mehr als 20 verschiedene Bakterien verursachen
diese Infektion, die sich leicht von einer Kuh
auf die nächste überträgt und die,
wenn sie unentdeckt bleibt, zum Tode führen
kann. In einigen Fällen bekommen Kühe
durch die Milchmaschinen wiederholt Elektroschocks,
was erhebliches Unbehagen, Angst und Störungen
des Immunsystems verursacht und manchmal zum Tode
führt. Ein einziger Bauernhof kann mehrere
Hundert Kühe aufgrund unkontrollierter Elektroschocks
verlieren. (7) Milchmaschinen werden trotzdem
benutzt, da sie Arbeitskräfte sparen und
es einem einzigen Arbeiter ermöglichen, 86
Kühe in zwei Stunden zu melken. (8)
Die Zahl der Kühe, die für die Milchproduktion
aufgezogen werden ist zwar von 22 Millionen im
Jahr 1950 auf 10,8 Millionen im Jahr 1980 gesunken,
jedoch ist die produzierte Milchmenge von 54 Milliarden
Kilogramm auf knapp 60 Milliarden gestiegen. (9)
Folglich hat eine durchschnittliche Kuh der 80er
Jahre etwa doppelt soviel Milch geliefert wie
ihr Gegenstück aus den 50er Jahren. Um 23
Liter Milch täglich zu liefern, brauchen
Kühe mehr als 38 Kilogramm Futter (einschließlich
Getreide, Heu und Silofutter - Mais, Sorghum,
Gras und Hülsenfrüchte) plus 170 Liter
Wasser täglich. (10) Im Jahre 1983 lagerte
die US-Regierung 8 Milliarden Kilogram Überschüsse
von Milchprodukten (Milch, Käse und Butter),
was den amerikanischen Steuerzahler alleine für
1983 eine Summe von 2,5 Milliarden Dollar kostete.
(11) Die Bemühungen, Bauern vor dem Untergang
zu bewahren, haben die US-Regierung mehr als eine
Milliarde Dollar in Form von Preis- Subventionsprogrammen
gekostet. (12)
Die Kühe der 80er Jahre leben nur etwa vier
bis fünf Jahre, was einer natürlichen
Lebenserwartung von 20-25 Jahre gegenübersteht,
die die Kühe früherer Zeiten noch erleben
durften. Um die hohe Produktivität der Tiere
aufrechtzuerhalten, werden sie mittels künstlicher
Besamung fast ständig schwanger gehalten.
Bauern verwenden auch ein ganzes Arsenal an Medikamenten,
einschließlich BGH, einem Rinder- Wachstumshormon,
Prostaglandin, damit die Kuh deckfähig wird,
wann immer der Bauer es wünscht, Antibiotika
und selbst Tranquilizer, um die Produktivität
und das Verhalten der Kuh zu beeinflussen.
BGH, das an mehr als 11.000 Kühen getestet
wurde (13), steigert die Milchproduktion um bis
zu 20 Prozent und läßt die Euter so
anschwellen, daß sie am Boden schleifen.
Ein volles Euter kann 28 Kilogramm wiegen und
23 Kilogramm Milch enthalten. (14) Tritt die Kuh
versehentlich auf ihr Euter, können die Zitzen
verletzt werden und sich entzünden, was zu
einer Mastitis führt. Aufgrund des Drucks,
der von Tierrechtsgruppen, vom Verbraucherschutz,
von kleinen Bauernhöfen und Umweltinteressengruppen
ausgeht, haben fünf der größten
Supermarktketten in den USA BGH-verseuchte Produkte
aus ihren Läden verbannt. (15) Da BGH auch
zu einem hohen Gewicht der Kühe führt,
verschlimmert es das Lahmen, an dem 25 Prozent
der Milchkühe leiden. Der Zementboden und
die kalorienreiche Nahrung tragen ebenfalls zu
diesen Problemen bei.
Was passiert mit dem Kalb?
Das größte Leid, das Milchkühen
widerfährt, ist vielleicht, dass sie immer
wieder ihre Jungen verlieren. Weibliche Nachkommen
werden möglicherweise zu neuen Milchkühen
herangezogen, aber die männlichen werden
ihrer Mutter gewöhnlich binnen 24 Stunden
nach der Geburt weggenommen, bevor sie noch etwas
von der Muttermilch zu trinken bekommen. Sie werden
dann auf Auktionen versteigert, entweder für
die Kalbfleisch-Industrie oder an Rindfleisch-
Produzenten. Wird das Kalb getötet, solange
es noch jung ist, wird sein vierter Magen auch
für die Herstellung von Käse verwendet,
denn er enthält Lab, ein Enzym, das verwendet
wird für die Milchgerinnung, damit daraus
Käse entsteht. Labmagen, die Membran, dessen
Extrakt Labferment ist, kann in diesem Prozess
ebenfalls verwendet werden. Es ist möglich,
Käse auch ohne Labmagen herzustellen; diese
Käse sind in Gesundkostläden erhältlich.
Allerdings bedingt die enge Verbindung zwischen
der Milch-, Kalbfleisch- und Lederindustrie, dass
es für den Käsehersteller billiger ist,
Teile des Kalbes zu verwenden als pflanzliche
Enzyme.
Innerhalb von 60 Tagen wird die Kuh wieder geschwängert.
"Ist die Kuh vor dem Kalben noch nicht "trocken",
gönnen ihr die Bauern des öfteren ein
paar Tage Ruhe. Einige sind der Ansicht, dass
eine Ruhepause von einem Monat wertvoll ist, jedoch
sehen andere das als eine Zeitverschwendung an."
(16) Während sieben Monate ihrer neuen neunmonatigen
Schwangerschaft wird die Kuh weiter gemolken und
ihr so die Milch weggenommen, die für ihr
vorheriges Kalb gedacht war. Eine typische, industriell
ausgebeutete Milchkuh wird in ihrem kurzen Leben
drei- oder viermal gebären. Lässt ihre
Milchproduktion nach, heißt es "ab
ins Schlachthaus. (17)
(1) McDougall, John A., M.D., and McDougall, Mary
A., The McDougall Plan,
New Century Publishers, Inc., pp. 49-51 (2) McDougall,
op.cit., p.100
(3) McDougall, op.cit., p.52
(4) Robbins, John, Diet for a New Amercia, Stillpoint
Publishing, 1987, p.
300 (5) McDougall, op.cit., p.49-50
(6) USDA Farmers Bulletin No. 2253, 1973 (7) Anderson,
Jack, and Atta, Dale Van, "Stray Voltage
Killing U.S. Dairy
Cows," The Washington Post, Aug. 9, 1989
(8) USDA, People on the Farm: Dairying, 1981,
p. 1.
(9) Ibid, p. 4
(10) "Dairy Cow is Nature's Milk Factory,"
Bristol Herald Courier, July 21, 1983
(11) Time, Nov. 21, 1983
(12) "Dairyman's Pail Runneth Over,"
Insight, Dec. 7, 1987
(13) Sugerman, Carole, "Grocery Chains Refuse
'Engineered' Milk Products," The Washington
Post, Aug, 24, 1989, p. A-10.
(14) "Dairy Cow Is Nature's Milk Factory,"
op.cit.
(15) Sugarman, op.cit.
(16) Dairying, op.cit., p. 3.
(17) Mason, Jim, "And a Cow Jumped Over the
Moon," Animals' Voice, Feb. 1989, p. 46
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