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Die Massennutzung von Tieren in der Landwirtschaft ist
mittlerweile ein kontrovers diskutiertes Thema, doch
was ist mit den Milliarden von Krusten- und Schalentieren,
den Muscheln, Austern, Hummern, Krebsen, Garnelen, Krabben
und Tintenfischen? Versteckt in Salaten, Paella und
auf Pizzen werden sie kaum noch als Lebewesen angesehen
- bezeichnenderweise nennt man sie häufig auch
Meeres"früchte". Diese Meerestiere werden
ebenso wie Fisch oft als gesunde und ethisch unbedenkliche
Alternative zu Fleisch gesehen. Millionen von Tonnen
werden jährlich verzehrt und kaum jemand sieht
in den "Kalamari" oder dem Shrimps-Salat beim
Italiener noch Tiere, die oft erstaunlich intelligent
sind und mit einem komplexen Nervensystem ausgestattet
Schmerzen und Leiden empfinden.
Dieser gedankenlose Massenkonsum führt zu einer
extremen Überfischung, zur Ausrottung vieler Arten
und zu
Aqua-Farmen, die der Massentierhaltung in der kommerziellen
Landwirtschaft gleichkommen - mit all den bekannten
Massenhaltungs-Problemen wie Antibiotikaverabreichung,
Einsatz von Pestiziden, Wachstumsverstärker usw..
Obwohl die Schalen- und Krustentiere zu den ältesten
Bewohnern unserer Erde zählen machen wir uns kaum
Gedanken über sie.
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Hummer
Die Hummer zählen zu den Krebstieren und
leben als absolute Einzelgänger. Treffen
sie auf Artgenossen stellt sich sofort ein Revierkampf
ein. Andererseits herrscht bei den Hummern auch
ein komplexes Sozialverhalten, so tragen z.B.
Hummerweibchen ihren Nachwuchs neun Monate mit
sich herum. Die Lebensdauer des Hummers beträgt
bis zu 100 Jahren.
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Wegen ihrer extremen Angriffslust
untereinander und ihrer langsamen Reifezeit sind
Hummer nicht zur Zucht geeignet. Durch Überfischung
ist der Nordseehummer bereits in seiner Arterhaltung
bedroht. Ca. 80% des weltweiten Hummerfanges stammen
heute von der amerikanischen Ostküste. Damit
auch außerhalb der Fangsaison "frischer"
Hummer geliefert werden kann werden die Tiere
zu Tausenden in engen Boxen, die gerade die Größe
des Hummers haben, aufeinandergestapelt aufbewahrt.
Da sie eng aneinandergepfercht liegen und sich
aufgrund ihres natürlichen Angriffstriebes
zerfleischen würden und darüberhinaus
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durch Bewegung an Gewicht verlieren
könnten, werden ihre Scheren zusammengebunden
und durch kaltes Wasser der Stoffwechsel gedrosselt.
Teilweise werden Beine und Scheren dabei eingeklemmt
und Fühler ausgerissen. Hummer fühlen
Schmerzen, dass steht außer Frage. Die Tiere
sind in diesem Qualvollen Zustand praktisch lebendig
begraben- und das bis zu sechs Monate!
Diese Tortour wird schließlich damit beendet,
dass der Hummer lebend gekocht wird. Selbst bei
sachgerechter Zubereitung dauert das verzweifelte
Kratzen des Todeskampfes an inneren Topfrand bis
zu drei Minuten. In vielen Fällen wird der
Hummer aber über längere Zeit dilettantisch
zu Tode erhitzt.
Jährlich sterben über 80 Millionen Hummer
diesen grausamen Verbrühungstod - ein zweifelhafter
Gourmet-Genuss!
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Tintenfische
Tintenfische gehören schon seit 500 Millionen
Jahren zu unseren Erdbewohnern.
Die Tintenfische zählen zu der Gruppe der Weichtiere
und sind verwandt mit Muscheln und Schnecken, also
strenggenommen sind sie gar keine Fische. Ihre korrekte
Bezeichnung lautet Tintenschnecken .
Der Begriff Tintenfisch oder Tintenschnecke kennzeichnet
in der Klasse der Kopffüßler die Unterklasse,
zu der Oktopus, Kalmar, Sepia und Nautilus gehören.
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Nautilus
Der älteste lebende Vertreter der
Tintenfische ist der Nautilus (oder Perlboot).
Er ist der einzige Tintenfisch, der keine
Tinte spuckt. Weil er sich seit Millionen
von Jahren nicht mehr verändert hat,
wird er auch als "lebendes Fossil"
bezeichnet. Er hat bis zu 90 Tentakel,
die allerdings keine Saugnäpfe haben.
Als einziger unter den Tintenfischen hat
der Nautilus noch eine äußere
Schale. Sie hat eine perfekte Symmetrie:
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Eine logarithmische Spirale,
die immer im gleichen Verhältnis
in die Länge und in die Breite wächst.
Die Schale ist in Kammern unterteilt und
wächst mit dem Tier mit. Der Nautilus
lebt jeweils in der vordersten Kammer.
Die hinteren Kammern sind mit Gas gefüllt
und dienen als Auftriebskörper. Der
Nautilus kann die Gasfüllung der
Kammern regulieren und dadurch im Wasser
auf und ab schweben.
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Sepia
Die Sepia hat wie der Kalmar zehn Arme.
Ihr Körper ist aber gedrungener und
schwerfälliger, und sie ist auch
keine so ausdauernde Schwimmerin. Wenn
es darauf ankommt, kann aber auch sie
pfeilschnell davon sausen. Sie lebt bevorzugt
am Boden, wo sie sich im Sand eingräbt
und auf Beute lauert. Die Sepia hat noch
einen Rest der ursprünglichen Molluskenschale
behalten: Sie hat ihn als so genannten
Schulp in den Körper hineinverlagert
und nutzt ihn als Auftriebskörper.
Die meisten von uns kennen
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den Schulp - ohne zu wissen,
dass er von der Sepia stammt - als das
weiße Ding, das wir unseren Wellensittichen
und Kanarienvögeln zum Schnabelwetzen
in den Käfig stecken.
Nicht nur Sepien, sondern auch die anderen
Tintenfische haben eine besondere Fähigkeit,
abgetrennte Arme zu regenerieren. Bei
der Jagd passiert es immer mal wieder,
dass sie einen Arm oder einen Teil davon
verlieren. Diesen Verlust können
sie ohne Probleme ersetzen. Die Zellen
an der Wunde entwickeln sich zurück.
Waren sie vorher spezialisiert auf Muskelgewebe,
Nerven oder Haut, werden sie wieder zu
Alleskönnern: Wie beim Embryo fangen
sie noch einmal ganz von vorne an. Nach
und nach wächst ein kompletter neuer
Fangarm heran, einschließlich der
Anlagen für neue Saugnäpfe
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Kalmar
Die Kalmare sind die Hochleistungsschwimmer
unter den Tintenfischen. Sie haben einen
langgezogenen, torpedoförmigen und
äußerst stromlinienförmigen
Körper. Sie können mit bis zu
3 Metern pro Sekunde davonschießen.
Möglich wird ihnen das durch ihren
Jetantrieb. Die Kalmare haben zehn Arme,
acht "normale", und zwei lange
Fangarme. Diese sind vorne löffelförmig
verbreitert und dicht mit Saugnäpfen
besetzt.
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Oktopus / Krake
Der Oktopus gilt als das intelligenteste
wirbellose Tier. Experten vergleichen
seine Intelligenz mit der von Ratten.
Taucher wissen, dass diese neugierigen
und fantasiereichen Tiere sich immer wieder
neue Tricks einfallen lassen, um sich
zu verstecken. Er ist ein Höhlenbewohner
und geht nur nach draußen, wenn
er Nahrung oder einen Paarungspartner
sucht. Er ist ein Meister der Tarnung,
ein listiger Jäger und kommt durch
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den kleinsten Spalt:
ein ausgewachsener Oktopus zwängt
sich ohne Probleme durch ein drei Zentimeter
großes Loch. Seine Gabe sich dünn
zu machen und die Kraft seiner Arme machen
ihn auch zum Ausbruchskünstler aus
Aquarien. Sie bauen Höhlen aus Steinen
und Muscheln und benutzen dabei sogar
abgestorbene Korallenbruchstücke
als Werkzeug. Wissenschaftler gehen sogar
so weit, den Kraken unterschiedliche Persönlichkeiten
und einen ausgesprochenen Spieltrieb zuzuschreiben.
Wahrscheinlich ist die Entwicklung der
Intelligenz für die Kraken überlebenswichtig:
Im Laufe der Evolution haben sie ihre
schützende Schale, wie sie der Nautilus
noch besitzt, völlig verloren. Bei
Haien, Delfinen und Pottwalen gelten Kraken
als Leckerbissen.
Innerhalb von Sekundenbruchteilen können
Kraken ihre Farbe und die Form ihrer Oberfläche
wechseln. Sie passen sich dabei so perfekt
an die Umgebung an, dass sie selbst bei
genauem Hinsehen oft nur schwer zu erkennen
sind. Den Farbwechsel erreichen sie durch
besondere Farbzellen in der Haut, den
Chromatophoren, die mit Muskelkraft aktiviert
werden. Die Kraken selbst allerdings sind
farbenblind.
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Garnelen
Krebstiere - missachtete Geschöpfe
von Corina Gericke (aus: tierrechte 4/02, Menschen
für Tierrechte-Bundesverband der Tierversuchsgegner
e.V.)
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Sie hatte ihr ganzes Leben in
einer stinkenden Brühe verbracht. Ihre
Augen brannten ständig von den Ausscheidungen
und den Chemikalien im Wasser. In der Enge des
Netzkäfigs und im Gewirr ihrer Artgenossen
hatte sie ihr ganzes Leben nicht eine Minute
der Ruhe gehabt. Nun wird sie aus ihrem Lebenselement
gezogen.
Verzweifelt versucht sie sich gegen den auf
ihr lastenden Druck von
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Hunderttausenden ihrer Artgenossen
zu wehren. Sie bekommt keine Luft mehr. Langsam
erstickend weicht das Leben aus ihrem kleinen
Körper. Sie hat keine traurig blickenden
Augen, kein streichelzartes Fell und keine Lobby.
Wen interessiert das Schicksal einer Garnele?
Von vielen Menschen werden die kleinen rosa
Kringel auf der Pizza oder im Salat nicht einmal
als richtige Tiere wahrgenommen. Und doch können
diese Krebstiere oder Shrimps aufgrund ihres
komplexen Nervensystems Schmerzen fühlen
und Leiden empfinden. Und dieses Leiden ist
von schier unvorstellbarem Ausmaß.
Im Jahr 2000 betrug die weltweite "Garnelenproduktion"
drei Millionen Tonnen - mit steigender Tendenz.
Wie viele dieser meist nur wenige Gramm leichten
Tiere ergeben eine Tonne?
Die meisten der kleinen Krebstiere werden noch
aus dem Meer gefangen. Bei der Garnelenfischerei
werden die Meeresböden mit engmaschigen
Netzen abgegrast. Alles Leben wird so am Meeresgrund
zerstört, denn nicht nur Garnelen bleiben
in den feinen Maschen hängen, sondern auch
viele weitere Meerestiere.
Nachdem die Ozeane inzwischen weitgehend leer
gefischt sind, weicht man zunehmend auf Aquafarmen
aus. Rund 30 Prozent aller Garnelen stammen
heute aus solchen Zuchten. Doch die Rechnung,
auf diese Weise die Meere zu schonen, geht nicht
auf, denn die Nahrung von Garnelen in Zuchtfarmen
besteht aus Fischmehl oder -öl. Um die
Zuchtgarnelen damit zu füttern, wird die
Überfischung der Ozeane noch forciert.
Für südostasiatische Länder wie
Indonesien, Thailand oder Vietnam ist die "Produktion"
der Krebstiere ein lukratives Geschäft.
Immer mehr Mangrovenwälder müssen
den Shrimpszuchten weichen. Hunderttausende
von Hektar Mangrovenwald werden so Jahr für
Jahr unwiederbringlich vernichtet. Diese ökologisch
wertvollen Brackwasserbereiche sind der Lebensraum
von zahlreichen Fisch-, Vogel- und anderen Tierarten.
Da Garnelen im Salzwasser leben, wird Küstenmeerwasser
mit Tanklastern zu den Zuchtbecken im Binnenland
transportiert. Damit die Garnelen durch Stress,
Enge und Krankheiten nicht vorzeitig sterben,
werden Antibiotika, Pestizide, Wachstumsbeschleuniger
und Reinigungsmittel in großen Mengen
und wahlloser Zusammensetzung in die Becken
gekippt. Nach wenigen Jahren sind die Böden
so stark verseucht, dass jegliche andere landwirtschaftliche
Nutzung auf Jahrzehnte unmöglich wird.
Die Garnelenzucht zieht derweil in den nächsten
vernichteten Mangrovenwald.
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