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Nutztiere > Massentierhaltung

Die Landwirtschaft hat weltweit eine generationenlange, bäuerliche Tradition. Ehrfurcht und Verantwortung für die Natur und der Anspruch der Nachhaltigkeit war Lebens- und Wirtschaftsgrundlage.
„Die Menschen“, so war die Losung in den 50er Jahren, „brauchen genug und preiswertes Essen“, und „die Bauern müssen mehr verdienen“. Die Rechnung war einfach: Wenn halb so viele Bauern doppelt so viele Lebensmittel produzieren, geht es den Bauern gut und den Verbrauchern auch. Doch dieser Traum hat sich als verhängnisvolle Milchmädchenrechnung entpuppt. Ein Huhn legt heute doppelt so viele Eier, die Kühe geben doppelt so viel Milch und die Schweine wachsen bei weniger Futter schneller als vor 30 Jahren, aber die Bevölkerung hat nur um 17,9 % zugenommen. Folge: Überschuss-Produktion, fallende Preise, weniger Einkommen.

Das Leben auf dem "Bauernhof" ist nicht mehr das, was es einmal war. Die grünen Weiden und idyllischen Szenen, die in Kinderbüchern (und auch noch in Schulbüchern!) porträtiert werden, sind fensterlosen Metallhallen, Drahtkäfigen und anderen Vorrichtungen, die verwendet werden, um Tiere in der Massentierhaltung auf engstem Raum einzupferchen, gewichen.
Die Massentierhaltung der modernen Landwirtschaft strebt danach, eine maximale Menge an Fleisch, Milch und Eiern so schnell und billig wie möglich zu produzieren, und das bei minimaler Platzanforderung. Kühe, Kälber, Schweine, Hühner, Truthähne, Enten, Gänse, Kaninchen und andere Tiere werden in kleinen Käfigen oder Ställen gehalten, oft so beengt, dass sie sich nicht einmal umdrehen können.

Man beraubt sie jeglicher Bewegungsmöglichkeit, damit ihre ganze Körperenergie in das zum Verzehr bestimmte Fleisch geht. Da Beengtheit die wesentlichen Grundlagen für Erkrankungen bietet, werden die Tiere in der Massentierhaltung mit enormen Mengen an Pestiziden und Antibiotika gefüttert und besprüht, die sich dann in ihren Körpern ansammeln und auf die Menschen übergehen, die diese Tiere verspeisen, was wiederum zu ernsthaften Gesundheitsgefährdungen für den Menschen führen kann.
Dass Pflanzen, Tiere und auch wir Menschen Teil eines empfindlichen ökologischen Gefüges sind wird dabei leichtfertig übersehen oder ignoriert.
Die negativen Auswirkungen der Agrarindustrialisierung häufen sich und eskalieren in Hormon-, Antibiotika- und BSE-Skandalen. Dabei ist das endlose Leid der Tiere noch

nicht einmal erwähnt. Bilder von brennenden "Tierhaufen", bedingt durch BSE und MKS, Not- und Massenschlachtungen scheinen mittlerweile zum normalen Erscheinungsbild unserer "Nahrungskette" geworden zu sein. Die nächsten Katastrophen durch gentechnisch veränderte Futtermittel sind noch gar nicht abzusehen. Schuldzuweisungen angesichts dieses Dillemas sind nicht gerechtfertigt und uneffektiv. Wer ist verantwortlich? Die Landwirte, die auf dem weltweiten Agrarmarkt konkurrenzfähig sein wollen, die Politiker oder wir Verbraucher, die Fleisch in großen Mengen zu möglichst günstigen Preisen verlangen?
Einen Ausweg aus der Agrarkrise und tierquälerischer Massenhaltung kann nur durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten eine Chance haben.

Die Förderung einer naturverträglichen, ökologischen Landwirtschaft, konsequente Gesetzgebung im Sinne einer zukunftsfähigen Nachhaltigkeit und rigoroses Umdenken in Bezug auf Ernährungsgewohnheiten der Verbrauer sind erste Schritte.

Weitere Informationen:

PROVIEH, Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V.

GÖT, Gesellschaft für ökologische Tierhaltung e.V., Bonn