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Mensch und Tier
Das Verhältnis des Menschen zu Tieren war immer
schon recht ambivalent, heute jedoch ist es fast
als schizophren zu bezeichnen.
Zum einen werden Haustiere in einer Art vermenschlicht,
die sie zu einer Karikatur ihrer Art werden lassen
und zum anderen wird den landwirtschaftlichen Nutztieren
schon fast der Status eines lebenden Wesens abgesprochen.
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Nicht selten sind diese beiden Verhältnisse
zum Tier in ein und derselben Person anzutreffen.
Dieses Verhältnis wird oft dann zur Diskussionsgrundlage
oder vielleicht auch nur zum Medienspektakel, wenn
Ereignisse eintreten die den Menschen direkt bedrohen
(z.B. BSE, Maul- und Klauenseuche, Umweltbelastung
oder Belästigung durch Pelzzuchtfarmen oder
auch millitante Aktionen der Tierschützer).
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-der Tierschutz ist gerade frisch
im Grundgesetz verankert worden: Der Staat schützt
auch in Verantwortung für die zukünftigen
Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen
und die Tiere...
Gesetze sind zwar überaus wichtig, um das kollektive
Bewusstsein anzusprechen und Handhabungsmöglichkeiten
gegen Tiermissbrauch zu haben, aber ein durchdringender
Tierschutzgedanke kann nur durch die subjektive
Einsicht des Einzelnen greifen.
Verdeutlichen kann man das am Beispiel der "Gänseleber".
Das "Stopfen" ist mittlerweile in Deutschland
verboten und dennoch sind 1999 68,5 Tonnen (Gegenwert:
ca. 4 Millionen DM) Fettleber nach Deutschland importiert
worden.
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Da die EU keine tierquälerischen
Aspekte der Gänsemast feststellen konnte hat
Deutschland, da EU-Abhängig keine Handhabe
für ein Einfuhrverbot. Das nationale Verbot
des Stopfens scheint die Einstellung der Konsumenten
nicht wesentlich beeinflusst zu haben. Oft ist das
Verbraucherverhalten auch durch Unwissenheit geprägt.
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Das Verhältnis von Kindern und
Tieren
Tiere sind in kindlichen Lebenswelten allseits präsent.
Selbst wenn kein Haustier vorhanden ist, wird das Tier
in Kinderbüchern, Kinderfernsehprogrammen, als Comicfigur,
Stofftier usw. im Leben der Kinder eine Rolle spielen.
Zudem werden Kinder auch mit den Fernsehbildern und Diskussionen
der Erwachsenen um Massentierhaltung, Tiertransporte,
Tierverbrennungen, BSE usw. konfrontiert.
Daneben gibt es den eher unbewussten alltäglichen
Kontakt: Wir alle sind umgeben von Vögeln, Fliegen,
Mücken, Bienen, Ameisen, Würmern.... und nicht
zuletzt den Tieren die sich auf unseren Tellern wiederfinden.
Untersuchungen zum Tier-Kind-Verhältnis sind leider
oft älteren Datums. So kann man z.B. heute feststellen,
dass die Hundehaltung zugunsten der Katzenhaltung abnimmt
(Kampfhunddiskussion?) und das Tiere, die in den letzten
Jahrzehnten überwiegend als Ekeltiere angesehen wurden
heute z.T. zum Modetier geworden sind (exotische Reptilien,
Ratten ect.). Desweiteren sind Tiere, die früher
nur einen Nutzwert hatten in die Haustierhaltung miteinbezogen
worden: Frettchen, Minischweine.
Emotionale Bedeutung
Kleine Kinder haben durchschnittlich erst einmal eine
sehr positive Einstellung gegenüber dem Tier. In
Familien mit Tierhaltung wird das Tier oft als integriertes
Familienmitglied angesehen. Ein Großteil der Kinder
wünscht sich ein eigenes Haustier.
Untersuchungen belegen, dass Kinder, die mit einem Haustier
aufwachsen eine positivere Entwicklung der Beziehungsfähigkeit,
Gefühlsentwicklung, sozialer Kontaktaufnahme und
der nonverbalen Kommunikation entwickeln.
Die Übernahme von Verantwortung gegenüber dem
Tier fördert soziale Verhaltensweisen.
Es besteht eine eindeutige Vorliebe für Säugetiere.
Angst und Ekel
Ekel ist immer auch in kulturhisorischem Zusammenhang
zu sehen. So haben sich Hygiene und Distanzierungswünsche
in den letzten Jahrzehnten extrem ausgeprägt.
Nach älteren Untersuchungen gelten vor allen "glitschige"
Tiere wie Schlangen, Würmer usw. und "Kriechtiere"
(Insekten, Spinnen" usw. als Ekeltiere. Bis ca. 5
Jahre empfinden Kinder überhaupt keine Ekelgefühle
(also sozialisationsbedingt erworben!). Manchmal "vermischen"
sich Angst- und Ekelgefühle auch. Mädchen empfinden
weitaus häufiger Ekel vor Tieren (Vorsicht: haben
Jungen vielleicht eher gelernt Angst- und Ekelgefühle
zu unterdrücken?)
Tierquälerei
Tierquälerei wird zu 80-90% vom männlichen Geschlecht
begangen.
Oft wird schlicht behauptet wenn Kinder Tiere quälen
geschieht dies aus Unkenntnis oder Gedankenlosigkeit.
Meistens ist den Kindern die Grausamkeit und der Schmerz
des Tieres jedoch bewusst, das Tier wird aber oft als
"Ersatzobjekt" für aggressives Verhalten
benutzt.
Von Kellert und Felthous gibt es eine Untersuchung zu
Tierquälerei im Kindesalter, aus der zu entnehmen
ist, dass die allgemeine Familiensituation und die dem
Kind vorgelebten Handlungsweisen, Tieren, aber auch Menschen
gegenüber, in direktem Zusammenhang mit aggressivem
Verhalten gegenüber Tieren zu bringen sind.
Tiere fungieren zum einen als Ersatzobjekte für Aggressionen,
die im Umfeld entstanden sind, Kinder reagieren sich an
den Tieren ab oder aber sie imitieren grundsätzlich
das Verhalten der Erwachsenen untereinander
Umweltkontexte, die die Mensch-Tier-Beziehung beeinflussen,
sind zum einen Einflüsse der Vergangenheit, die konkret
erlebte Beziehung zum Tier in der Kindheit, Erfahrungen,
die durch das Elternhaus vermittelt werden, zum anderen
gegenwärtig vorhandene oder nicht vorhandene Sozialkontakte.
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