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Haustier - ja oder nein?
Sich ein Tier anzuschaffen ist oft eine emotionale
Angelegenheit. Mit den besten Absichten werden Tiere spontan
gekauft -"weil es so süß war"- ,
aus Mitleid mitgenommen -"wer hilft ihm denn sonst?"
- oder als Geschenk überreicht. In den meisten Fällen
hat das Tier damit auch ein gutes Zuhause gefunden. Es
ist aber auch so, dass viele "Weihnachtsgeschenke"
nach den Feiertagen ausgesetzt werden, dass das "süße
kleine Tier" groß wird und viel Dreck macht,
dass ein unüberlegt aus Mitleid mitgenommenes Tier
den Besitzer überfordert, Ärger mit dem Vermieter
verursacht oder anfallende Kosten nicht berücksichtigt
wurden.
Dann gibt es leider auch noch einen anderen Anschaffungsgrund
für ein Haustier: Es liegt gerade im Trend genau
so ein Tier präsentieren zu können! Der "Modehund",
das Minischwein, das exotisch Außergewöhnliche
werden oft nach bestimmten Kinoerfolgen (die Eule von
Harry Potter, 101 Dalmatiner usw.) verlangt. Andere, wie
z.B. das Frettchen oder exotische Reptilien werden durch
Medienberichte und den Zoohandel "gehypt". Viele
dieser Tiere dienen lediglich der Selbstdarstellung ihrer
Besitzer und artgerechte Haltung, besonders bei Exoten,
ist oft nicht gegeben.
Wer gemeinsam mit Tieren leben möchte sollte sich
verpflichtet fühlen, vor der Anschaffung alles
über dieses Tier zu wissen - seine natürlichen
Lebensräume, seine Bedürfnisse, Verhaltensweisen,
Kommunikationsmöglichkeiten, Ernährungsgewohnheiten,
Krankheitsanfälligkeit, Artenschutz, Handelsweg,
Zuchtverhälnisse usw..
Wichtig ist auch sich nicht nur die momentane Lebenssituation
vor Augen zu führen, sondern sicher zu sein ein ganzes
Tierleben lang eine gleichwertige Versorgung zu ermöglichen.
Die Tierheime sind voll mit sogenannten "Scheidungswaisen"
- die Frage: "Wer kümmert sich wenn...?"
muss man sich vor der Anschaffung eines Tieres stellen!
Oft wird vergessen, dass eine Trennung vom Menschen für
das Tier die gleiche emotionale Belastung darstellt wie
wir sie erfahren wenn eine Partnerschaft zerbricht.
Erst wenn man umfassend informiert ist (sich auch seine
eigenen Beweggründe zur Anschaffung eines bestimmten
Tieres bewusst gemacht hat) und sicher ist, dass man dem
Tier artgerechte Haltung bieten kann, sollte man sich
sich für ein Tier entscheiden.
Dann stellt sich noch die Frage woher man seinen neuen
Hausgenossen bekommt. Ich plädiere dafür sich
zuerst im Tierheim umzusehen (siehe auch: Tiervermittlung
unter Links).
Auch Jungtiere, Rassetiere, verschiedenste Kleintiere,
Reptilien und Vögel warten in Tierheimen auf neue
Besitzer.
Eine weitere Möglichkeit ist sich direkt bei seriösen
Züchtern zu melden. Im Zoohandel sollten Sie eigentlich
nur Futter und Zubehör kaufen, wenn Sie Ihr Tier
aber unbedingt über diesen Weg beziehen wollen achten
Sie darauf, dass das Fachgeschäft die Tiere artgerecht
und im Sinne des Tierschutzes behandelt. Generell ist
davon abzusehen exotische Wildfänge zu erwerben!
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Zoohandel im Blickpunkt
"...z.B. wäre es aufgrund
eigener Erfahrungen dringend erforderlich, dass
zum Schutz der Tiere die Zoohandlungen nur an Volljährige
- unter Vorlage eines Personalausweises - Tiere
verkaufen dürfen;
Minderjährige Kinder nur in Begleitung eines
Erziehungsberechtigten.
Mehr Aufklärung bezüglich Lebenserwartung,
Eigenarten usw. wäre auch ratsam. Des weiteren
muss genaue Auskunft darüber gegeben werden,
wie alt ein Tier beim Kauf tatsächlich ist.
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Aber leider ist es ja so, dass
die Zoohandlungen nur darauf aus sind, ihre Tiere
zu verkaufen, egal wie..."
(E. Kersting)
Dieses Zitat bezieht sich auf das unverantwortliche
Handeln einiger Zoogeschäfte Tiere unkontrolliert
an Kinder zu verkaufen. Leider ist es kein Einzelfall,
dass sogar Kinder unter 10 Jahren mit ihrem Taschengeld
in eine Zoohandlung gehen und ohne Alterskontrolle
und Beratung, das ausgesuchte Tier in eine Schachtel
gepackt bekommen. Dieser "Abzocke" ohne
Rücksicht auf den späteren Verbleib der
Tiere muss ein ein Ende gemacht werden. Wenn bestehende
Gesetzgebung nicht greift, hilft vielleicht das
öffentliche Bekanntmachen dieser Händler
(z.B. Leserbriefe in örtlichen Zeitungen) und
ein Boykottaufruf.
Doch gesetzwidriger Verkauf gehört leider nicht
zu den einzigen Mängeln mancher Zoohandlung:
tierquälerische Präsentation in den Verkaufsräumen,
Verkauf kranker Tiere, fehlende Hygiene, tierschutzwidriges
Zubehör und unsachgemäße Beratung
gehören immer noch zur Tagesordnung im Handel
mit Tieren.
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Zoogeschäfte: Wildtiere im Ausverkauf (Beobachtungen
in deutschen Zoogeschäften)
Text: Daniela Freyer & Sandra Altherr
Quelle: Pro Wildlife e.V., Gräfelfinger Str. 65,
81375 München
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In den vergangenen Monaten haben Mitarbeiter und Aktivisten
von Pro Wildlife Zoogeschäfte in deutschen Städten
unter die Lupe genommen. Die Bilanz war erschreckend:
Die Maxime in vielen Läden scheint zu lauten: "Verkaufen,
was die Natur hergibt - ohne Rücksicht auf Verluste".
1. Immer noch stammt bei vielen angebotenen Vogel-, Reptilien-
und Amphibienarten sowie Meerwasserzierfischen ein Großteil
aus freier Wildbahn, so z.B. bei Graupapageien.
2. Auch selten gewordene Arten werden weiterhin für
den hiesigen Markt geplündert. Hierzu gehören
z.B. Tropfenastrilde (Finken), Beos, viele Schildkröten,
Seepferdchen oder diverse Korallenfische.
3. Einige Arten sind aufgrund ihrer hohen Haltungsansprüche
regelrechte Todeskandidaten, so beispielsweise Futter-
oder Klimaspezialisten wie Papagei-Amadinen (eine Prachtfinkenart)
oder die auf Ameisen spezialisierten Krötenechsen.
4. Viele Händler verkaufen Jungtiere, ohne auf die
späteren Haltungsprobleme der ausgewachsenen Tiere
hinzuweisen. Immerhin wachsen sog. "Mini-Haie"
auf stattliche 50 cm heran - und sprengen damit herkömmliche
Aquarien. Ähnliche Probleme sind beim Kauf von jungen
Leguanen, Krokodilen, Waranen oder Riesenschlangen zu
erwarten.
5. Selbst gefährliche Arten sind ohne Probleme erhältlich.
So können Piranhas in Gartencentern, Skorpione und
Riesenschlangen im Zooladen, Giftschlangen und Krokodile
im Internet erworben werden - auch von unkundigen Haltern.
6. Die Beratung über die Haltungsansprüche der
Wildtiere ist oft mangelhaft. Viele Kunden kaufen deshalb
Wildtiere spontan nach rein optischen oder preislichen
Argumenten.
Exotische Verschleißartikel
Bei unseren Recherchen erlebten wir teilweise haarsträubende
Geschichten. So wurde uns eine Wasseragame, die 80 cm
lang wird, empfohlen, obwohl wir uns als Kunde mit nur
einem 1 m langen Aqua-Terrarium ausgaben. "Zur Not"
ginge das schon. Ein anderer Händler erzählte,
dass 80 Prozent der Halsbandleguane schon nach kurzer
Zeit beim Halter zugrunde gehen - und trotzdem bot er
gleich acht dieser Tiere an.
Auch Warenhäuser sind immer noch in das Geschäft
mit Wildtieren verwickelt: In einem Kaufhaus in Berlin
stießen wir zwischen Haushaltswaren und Einrichtungsgegenständen
auf Blaustirnamazonen und Kongo-Graupapageien. Daneben
Piranhas und Kugelfische sowie mehrere Reptilienarten.
Mangelhafte Haltungsbedingungen
Untersuchungen von Tierärzten ergaben erhebliche
Wissenslücken und tierschutzwidrige Haltungsbedingungen,
z.B. für Zierfische, im Zoofachhandel. So wurde in
fast allen Verkaufsaquarien eine mangelhafte Wasserqualität
festgestellt. "Angesichts der hohen Besatzdichten
und Nitratwerte scheinen die finanziellen Interessen vieler
Zoohändler zu überwiegen", lautet das Fazit
eines Veterinärs. Bis 50 Prozent der Fische verenden
bereits im Laden. Die Haltung von Wildvögeln lässt
ebenfalls oft zu wünschen übrig: Zu eng besetzte
Käfige mit ungeeigneten Sitzstangen, verdreckte Wassernäpfe
oder die Einzelhaltung von Schwarmvögeln beobachteten
wir bei unserer Recherche oft. Auch bei Reptilienhaltungen
stellten wir immer wieder eklatante Mängel fest.
Fehlende Sachkenntnis der Händler
Die Ursachen für die Missstände in Zoogeschäften
sind sicherlich einerseits in dem Wunsch nach der schnellen
Mark zu suchen. Ein anderer Grund ist die fehlende Sachkenntnis
der sogenannten Fachverkäufer. Im Erfahrungsbericht
eines Amtstierarztes, der den Wissensstand angehender
Zoofachhändler prüft, heißt es: "Ein
großes Problem stellt aber nach wie vor die ungenügende
Qualifikation des Personals im Zoofachhandel dar. Wichtige
Regelungen des Tierschutzgesetzes waren nicht bekannt."
Auf die Frage, wie mit kranken Tieren zu verfahren sei,
bekam der Prüfer z.B. zur Antwort, todkranke Vögel
seien zu töten, indem man sie auf den Boden schmeißt.
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Prädikat "Ausgezeichnetes
Zoofachgeschäft"
Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe
e.V. verleiht in Zusammenarbeit mit der Tierärztlichen
Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) und dem
Bundesverband der beamteten Tierärzte e.V.
(BbT) das Prädikat "Ausgezeichnetes Zoofachgeschäft".
Dieses Gütesiegel geht nur an Zoohandlungen,
die in vorbildlicher Weise dem Tierschutz in der
Haustierhaltung gerecht werden.
Nachdem der Fachhändler alle erforderlichen,
gesetzlichen Genehmigungen nachgewiesen hat, muss
er über 50 Kriterien erfüllen um das Prädikat
zu erhalten.
Die Auszeichnung ist jeweils maximal 36 Monate gültig.
Einige Auszeichnungskriterien sind z.B. :
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Zubehör (kein
tierschutzwidriges Zubehör - siehe dazu auch
Download unter Haustiere
- , Fachliteratur über artgerechte Haltung)
Tierpräsentation (u.a. Mindestkäfiggrößen,
keine Überfüllung, gesellige Tiere werden
nicht einzelnd gehalten, Rückzugsmöglichkeiten,
Licht- und Temperaturverhälnisse)
Tierpflege (artgerechte Ernährung,
Hygiene, tierärztliche Betreuung)
Fachqualifikation der Mitarbeiter
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