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Die Ratte hat bis zum heutigen Tag viele Gegner, weil sie im Mittelalter zur Verbreitung der Pest beitrug und allgemein als "widerliches Kanalisationstier" eingestuft wurde. Ratten können etwa gleichermassen gut schwimmen, klettern, graben und laufen. Mit ihren Tasthaaren können sie sich auch im Dunkeln gut orientieren. Hervorzuheben ist ihre beinahe endlose Anpassungsfähigkeit an schnell ändernde Umweltbedingungen, was für einen hohen Grad an "Intelligenz" spricht.
Die Ratte vertritt in der Gruppe der Mäuseverwandten im Prinzip nur eine besonders grosse Maus-Art. Ihr langer Schwanz, der ihr beim Klettern besseren Halt gibt, und der gelenkige Körper mit keilförmigem Kopf sind äusserliche Merkmale.

Die intelligente und anpassungsfähige Ratte hat sich über Jahrtausende gegen alle Vernichtungsfeldzüge des Menschen erfolgreich zur Wehr gesetzt. Gäbe es sie nicht, wären die Abwasserrohre der grossen Städte ständig verstopft. Die Rattenpopulation von Paris verschlingt täglich ca. 800 Tonnen Abfälle und ist damit nicht nur Schädling, sondern auch wichtiger Öko-Helfer. Ratten leben gesellig in Rudeln, die häufig aus Grossfamilien entstanden sind. Die Rudeltiere sind dadurch meistens eng verwandt und können auf ein einzelnes Paar zurückgeführt werden. Deshalb sollte man Ratten nie einzeln halten. Einzelhaltung von Ratten ist Tierquälerei, egal wie intensiv der Besitzer auch um sein Tier kümmern mag! Sie brauchen die Möglichkeit zum ständigen Sozialkontakt. Im Rudel herrscht eine klare Rangordnung.Ein Rudel bewohnt und verteidigt ein bestimmtes Revier, was auch für Käfigverhältnisse zutrifft. Die Mitglieder eines Rudels kennen sich individuell und helfen sich gegenseitig innerhalb der etablierten Rangordnung.

Verhaltensstörungen treten häufig bei Tieren auf, deren Gehege oder Käfige den arteigenen Bedürfnissen nicht genügen. So kann etwa das endlose Gitternagen bei Ratten beobachtet werden, deren Gehege nicht genügend Anreize für rattengerechtes Verhalten bietet oder denen verträgliche Artgenossen fehlen, die unabdingbar sind für ein artgerechtes Dasein. Im Zoohandel erhältliche Rattenkäfige sind in der Regel viel zu klein. Umgebaute Volieren oder auch Möbelschränke mit unterschiedlichen Lauf- und Kletterflächen, Möglichkeiten zum Verstecken, Nagen und Wühlen können den Ratten einen Aufenhatsort bieten, der jedoch zudem noch den regelmäßigen Freilauf der Tiere fordert. Ungeeignet und gesundheitsschädlich ist die Haltung in Aquarien oder Terrarien. Die Ratte ist keineswegs ein "anspruchslose" Haustier, wie oft fälschlicherweise vermutet wird.

Sie ist ein intelligentes, sensibles Tier, das unter falschen Haltungsbedingungen extrem leidetDie Zucht hin zu schönen, attraktiven oder gar zu Tieren mit ausgefallenen Fellfärbungen kann im Nebeneffekt auch zu erhöhter Aggressivität führen, welche sich dann in einer ständigen Bereitschaft zum Beissen zeigt. Nicht eigentlich als Verhaltensstörung, jedoch auch als Folge der einseitigen Zucht, ist die erhöhte Anfälligkeit für Tumorerkrankungen zu sehen.

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