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Unser Hauskaninchen stammt von europäischen Wildkaninchen ab und ist eigentlich ein Höhlenbewohner. Man unterscheidet heute über 100 Hauskaninchenrassen. Im frühen Mittelalter waren es besonders die Klöster, die Kaninchen als Nahrungslieferant züchteten. Erste Berichte über das Auftreten von verschiedenen Rassen, die sich durch verschiedenartige Fellfarbe voneinander unterschieden, stammen aus Klöstern des 16. Jahrhunderts.
Kaninchen werden oft fälschlicherweise zu den Nagetieren gezählt. Es gibt aber Unterschiede bei Art und Stellung der Zähne.

Die Hasenartigen sind die einzigen Nager, die mehr als zwei Vorderzähne haben, denn hinter den scharfen Nagezähnen stehen zwei weitere kleine, stumpfe Schneidezähne.
Wildkaninchen besitzen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Auch ihre domestizierten Verwandten, unsere
Hauskaninchen, verfügen über ein facettenreiches Verhaltensrepertoire, dass sich alleine schwer ausleben lässt. Bei alleine gehaltenen Kaninchen entwickeln sich oft Frustrationen, Aggressionen oder resignative Apathie. Ein Mensch als Partnerersatz reicht nicht aus! Häsin und Rammler sind in der Haltung am Verträglichsten. Um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden, muss der Rammler rechtzeitig kastriert werden. Rammler sind in der Regel nur bis zur Geschlechtsreife miteinander verträglich, danach kommt es häufig zu heftigen Revierkämpfen und selbst die Kastration kann dann keine Verträglichkeit garantieren. Es kommt häufiger vor, dass Kaninchen und Meerschweinchen zusammen gehalten werden. Diese Kombination ist aufgrund der höheren Dominanz der Kaninchen nicht zu empfehlen. Meerschweinchen werden dabei oft unterdrückt und resignieren bisweilen so extrem, dass sie ihre Lautäußerungen vollständig einstellen.

Diese Kombination ist aufgrund der höheren Dominanz der Kaninchen nicht zu empfehlen. Meerschweinchen werden dabei oft unterdrückt und resignieren bisweilen so extrem, dass sie ihre Lautäußerungen vollständig einstellen.
Wichtig ist, dass ein geräumiger Stall oder ein großes Gehege zur Verfügung steht und die Tiere ausreichend Auslauf erhalten. Beim Auslauf in der Wohnung sollte dem Kaninchen auch gestattet sein, ein Sofa, Bett oder Sessel als Aussichtsplattform zu nutzen. Sie können bis zu 60 cm hoch springen und fühlen sich auf erhöhten Plätzen wohl. Idealerweise bietet man ihnen im Sommer ein Außengehege mit Möglichkeiten zum Graben und Buddeln.

Die Sauberkeit wird bei der Kaninchenhaltung von manchem Besitzer vernachlässigt. Wildlebende Kaninchen sitzen nicht im eigenen Kot. Ist dies in Menschenobhut der Fall, so machen wir uns einer nicht artgerechten Tierhaltung schuldig. Zweimal die Woche muss gründlich ausgemistet und gereinigt werden, um schädigende Ammoniakdämpfe zu vermeiden.Es ist übrigens eine Unsitte, Kaninchen an den Ohren hochzunehmen. Um das Tier aufzunehmen, hebt man es mit sicherem Griff ins Schulterfell an und stützt es gleichzeitig mit der anderen Hand die Hinterbeine ab, um den Körper von seinem Eigengewicht zu entlasten. Beim längerem Tragen legt man das Kaninchen auf den angewinkelten Unterarm und hält es im Schulterbereich fest, damit es nicht abspringen kann.